|
Diesen
Beitrag stellt zur Verfügung:
Der folgenden Beitrag, der aus dem Buch "XML im
Unternehmen" von Frank Bitzer, zeigt, wie XML und darauf basierende Standards beim Datenaustausch zwischen Unternehmen und von Unternehmen zu Online-Marktplätzen eingesetzt werden. Transaktionen
EDI
Der Austausch von elektronischen Bestellungen und Rechnungen ist nicht neu. Seit über 20 Jahren geschieht das mit dem Electronic Data Interchange Format (EDI). Hierfür sind spezielle Übertragungswege und Software notwendig. Diese Investitionen lohnen sich erst bei größeren Datenvolumen. Warum sollte also eine seit Jahren etablierte Systematik durch eine neue ersetzt werden? In Hinblick auf das bewährte Prinzip "Never change a running system" scheint das nicht unbedingt sinnvoll. Bei näherer Betrachtung der Einsatzfelder des XEDI-Standards wird jedoch klar, dass es weniger um die Ersetzung von EDI geht als um eine Ergänzung. XEDI ist dort sinnvoll, wo sich der Aufwand für EDI nicht lohnen würde oder wo EDI in andere Formate konvertiert werden soll.

Abbildung: XEDI-Zwischenformat
XEDI
XEDI ist also auch ein Zwischenformat. Die für Menschen bestimmten Metadaten der Erklärung werden in eigene Elemente gesetzt. Die für die maschinelle Verarbeitung gedachten Informationen werden in den Attributen verwaltet. Das Beispiel zeigt den Teil eines Original EDI X12-Datensatzes und dessen XML-Pendent. Dabei wird aus
N1*BT*FRIENDLY AIRLINES*9*123456789-0101~
eine längere Aufzählung:
<?xml version="1.0" ?>
<interchangeDocument>
....
<segment code="N1">
<name>Name</name>
<element code="98">
<name>Entity Identifier Code</name>
<value code="BT">Bill-to-Party</value>
</element>
<element code="93">
<name>Name</name>
<value>FRIENDLY AIRLINES</value>
</element>
<element code="66">
<name>Identification Code Qualifier</name>
<value code="9">D-U-N-S+4, D-U-N-S Number with
Four Character Suffix</value>
</element>
<element code="67">
<name>Identification Code</name>
<value>123456789-0101</value>
</element>
</segment>
Umfang
Eine komplette EDI-Nachricht mit 30 Zeilen und 1 KByte Größe ergibt ein XML-Dokument mit 730 Zeilen und 36 KByte Größe. Es lässt sich einwenden, dass für den Transport über Datennetze unnötig Bandbreite benötigt wird. Allerdings wurde mit X-MILL bereits ein speziell auf XML abgestimmter Kompressionsalgorithmus entwickelt, der dem Problem zu Leibe rückt.
Die im obigen Bild gezeigte Konvertierung der Formate ist auch bei den verschiedenen E-Business-XML-Sprachen nötig. Alleine für die Beschreibung von Bestellungen und Rechnungen existieren mit CBL, ECML, cXML, RosettaNet, CommerceNET, OTP und tpaML einige konkurrierende Sprachen, um nur die bekanntesten zu nennen.
Standards
Der Vorteil einer Standardisierung kommt aber erst zum Tragen, wenn es nur einen einzigen Standard gibt. Der Vorteil der auf XML basierenden Standards liegt immerhin darin, dass sie sich per XSLT in wesentlichen Teilen ineinander überführen lassen. Dennoch ist der Zustand nicht befriedigend. Dieser Abschnitt zeigt, wozu die aktuellen XML-Standards verwendet werden und warum XML als Basis hervorragend geeignet ist. Vorgestellt wird ein in Deutschland entwickelter Standard für digitale Kataloge (BMEcat), ein weltweiter für die Beschreibung von E-Business (ebXML) und ein branchenspezifischer (immoXML).
BMEcat
Der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik hat zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft und über 20 deutschen Firmen einen Standard für die Beschreibung digitaler Kataloge mit Artikeln, Kunden und Lieferanten festgelegt. BMECat ermöglicht den standardisierten Austausch von multimedialen elektronischen Produkt- und Katalogdaten zwischen Lieferanten und beschaffenden Organisationen.
Struktur
Neben den statischen Daten werden Katalogstrukturen, Ordervorgänge sowie Preis- und Produkt-Aktualisierungen zur Verfügung gestellt. Der gesamte Standard besteht aus mehreren DTDs mit Datentypen, Datenstrukturen und Bestellinformationen.
Die Strukturierung der Produktdaten erfolgt anhand von Grunddaten wie Nummer, Bezeichnung usw., Verpackung, Gewicht, Preisdaten und multimediale Zusatzdaten wie Bilder und Skizzen. Es werden Muss- und Kannfelder, Datentypen, Feldlängen und Zusatzregeln definiert. Mögliche Aktionen sind:
- Erstellung eines neuen vollständigen Produktkatalogs
- Aktualisierung einzelner Produktdaten
- Aktualisierung von Preisen
Nutzer können bei Bedarf spezifische Felder hinzufügen.
Das Beispiel zeigt die Beschreibung eines einfachen Artikels aus der Original BMEcat-Dokumentation.
<ARTICLE>
<SUPPLIER_AID>256356</SUPPLIER_AID>
<ARTICLE_DETAILS>
<DESCRIPTION_SHORT>Locher</DESCRIPTION_SHORT>
</ARTICLE_DETAILS>
<ARTICLE_PRICE>
<PRICE_TYPE>netto</PRICE_TYPE>
<PRICE_AMOUNT>14.95</PRICE_AMOUNT>
<PRICE_CURRENCY>DEM</PRICE_CURRENCY>
</ARTICLE_PRICE>
</ARTICLE>
...
Weitere Infos unter: www.bmecat.org
BMEcat wird von Software-Anbietern für E-Procurement und Supply-Chain-Management implementiert.
Weiter lesen:
Transaktionen: BMEcat
immoXML
ebXML
|