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Cross Media Publishing-Systeme – Aufbau und Funktion

Diesen Beitrag stellt zur Verfügung:    Galileo Business

 

Cross Media Publishing (kurz CMP) ermöglicht eine weitgehende Automatisierung der Medienproduktion. Mit anderen Worten, Sie produzieren am Ende auf Knopfdruck entweder einen Webauftritt, eine Präsentations- beziehungsweise Katalog-CD oder, falls gewünscht, auch eine zusätzliche Printausgabe.

Merkmale von Cross Media Publishing-Systemen

Es spielt keine wesentliche Rolle, wie die EDV-Umgebung eines Unternehmens vor der Einführung eines CMP-Systems aussieht, etwa ob bereits Datenbanken vorhanden sind. Die unterschiedlichen Systeme der einzelnen Anbieter lassen sich in jede vorhandene EDV-Landschaft integrieren. Für jedes Unternehmen lässt sich eine auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Lösung erarbeiten. Das wesentliche Merkmal von CMP-Systemen ist das Überschreiten von Grenzen zwischen den einzelnen Medien, Dateiformaten und Systemplattformen.

CMP ist zunächst einmal plattformübergreifend. Das Publizieren basiert auf den Formaten wie HTML, PDF und zunehmend auch auf XML. Bei diesen Formaten spielt es keine Rolle, welche Systemplattform der Anwender beziehungsweise Kunde hat. Die Daten sind auf Unix-Maschinen ebenso wie auf Macintosh- oder Windows-Rechnern verfügbar. Die plattformübergreifende Präsentation ist aber nur einer von vielen Gesichtspunkten bei CMP.

Ein anderer Aspekt ist die medienübergreifende Publikation. Egal, ob das Zielmedium ein Drucker, ein Monitor oder Beamer, ein WAP-Handy oder ein Palmtop ist. Die Daten stammen stets aus einer gemeinsamen Mediendatenbank und werden aus dieser heraus zielgerecht aufbereitet und veröffentlicht. Dazu ist erforderlich, dass die Daten nicht in proprietären Formaten bestimmter Anwendungssoftware gespeichert werden, sondern in einer möglichst »programmneutralen« Form. In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff medienneutrale Datenhaltung, auf den im Abschnitt "Medienneutralität, XML und die Trennung von Inhalt und Form" näher eingegangen wird.

Uns geht es bei CMP in erster Linie um Daten und deren Verwendung – und erst in zweiter Linie um die unterschiedlichen Medien, auch wenn der Name zunächst einen anderen Eindruck erwecken mag. Wichtigstes Charakteristikum von CMP ist die Wiederverwendung digitaler Daten für unterschiedliche Ausgabemedien oder Publikationen. Die Daten sollen nicht nur für Informationsblätter, Fachartikel, Broschüren oder Kataloge verwendet werden, sondern auch für ganz andere Publikationen, wie beispielsweise Geschäftsberichte und Pressemitteilungen. CMP-Systeme verfügen über Module, die die unterschiedlichen Daten in die jeweils geforderten Formate konvertieren können, je nachdem, welche Ausgabe wir planen.

Die gängigen Formate sind:

  • HTML/XML für das Web und den Online-Shop

  • PDF für Download-Dateien im Web

  • SGML, PS oder PDF für den Druck

Die Darstellung in Abbildung 1.1 der empolis catalog management GmbH, vormals Schnittstelle GmbH, zeigt sehr deutlich die Schlüsselstellung, die ein CMP-System im Unternehmen einnimmt. Die empolis catalog management GmbH ist eine der führenden Anbieter von CMP-Lösungen und bietet ein System unter dem Namen catalox an. Das Unternehmen gehört zur Bertelsmann Media Group.

Die Illustration zeigt die enge Verknüpfung von CMP und der Mediendatenbank mit den unterschiedlichen Funktionsbereichen eines Unternehmens wie Einkauf, Marketing oder Verkauf. Ebenso gut könnten hier die Funktionsbereiche Service, Fertigung oder Öffentlichkeitsarbeit stehen.

In der Abbildung wird als eine Anwendungsmöglichkeit von CMP-Systemen die Information der Mitarbeiter in Call-Centern angeführt. Call-Center übernehmen zunehmend die Aufgabe, über allgemeine Vertriebsanfragen hinaus auch technische Rückfragen der Kunden zu beantworten. Um hier den notwendigen Support und kompetente Auskünfte bieten zu können, müssen Call-Center natürlich stets über aktuelle technische Informationen verfügen. Diese Informationen werden idealerweise mit CMP-Systemen tagesaktuell über das Intra- beziehungsweise Extranet bereitgestellt. CMP muss man daher immer in einem übergeordneten Rahmen sehen.

(Klicken Sie auf das Bild, um ein vergrößerte Bild zu erhalten)

Abbildung 1.1: Zielmedien bei CMP (Quelle: empolis GmbH)

CMP-Systeme können sehr unterschiedliche Grade der Integration und Komplexität aufweisen. So verfügen CMP-Systeme meist über Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen und anderen Datenbanken. Auch die eigenen Mitarbeiter in unterschiedlichen Funktionsbereichen, sei es Werbung, Marketing, Service oder Vertrieb, können je nach Zugriffsberechtigung in unterschiedlicher Weise in das System integriert werden.
Abbildung 1.2 zeigt einen Teil dieser möglichen Verknüpfungen aus der Sicht des CMP-Systems als Produktionssystem, hier am Beispiel von catalox der empolis GmbH.

Es kommt also auf die Integration von CMP in das gesamte Informationssystem eines Unternehmens an. Nur so können CMP-Systeme zu mehr dienen, als lediglich zur datenbankgestützten Produktion von Werbemitteln. Die meisten Anbieter von CMP-Systemen stellen aber nur diese klassischen Einsatzbereiche in den Vordergrund ihrer Werbemaßnahmen. Die Werbemittelproduktion allein wäre aber noch kein Rechtfertigungsgrund, CMP eine größere Beachtung zu schenken. Erst in einem übergeordneten Kontext mit der gesamten Unternehmenskommunikation und dem Customer Relationship Management nutzt man das Potenzial dieses Publishingkonzepts.

(Klicken Sie auf das Bild, um ein vergrößertes Bild zu erhalten)

Abbildung 1.2: Aufbau eines komplexen CMP-Systems (Quelle: empolis GmbH)

Zentrale Elemente eines CMP-Systems sind das Redaktionssystem und die Mediendatenbank, bei einigen Anbietern auch als »medienneutrale Datenbank« bezeichnet. Das Redaktionssystem ist als Regiezentrale mit diversen Ein- und Ausgabemodulen zur Datenpflege und Seitengenerierung ausgestattet. Es stellt die eigentliche Arbeitsplattform dar.

Weiter lesen:

Merkmale von Cross Media Publishing-Systemen

Medienneutralität, XML und die Trennung von Inhalt und Form

Das Redaktionssystem als Regiezentrale

Die Mediendatenbank als Informationspool

Automatisieren der Medienproduktion

Die Realisierung von CMP-Konzepten

Wer soll mit dem CMP-System arbeiten?

 

 



 

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